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Sie oder du: Wann verwendet man was?

Im Deutschen gibt es zwei Anredeformen: das förmliche "Sie" und das informelle "du". Sie zu verwechseln, kann unhöflich wirken oder umgekehrt aufdringlich. Hier die klaren Regeln.

Wann strikt "Sie"

  • Mit Fremden — auf der Straße, im Geschäft, im Café
  • Mit Arbeitskollegen (außer Sie haben "du" vereinbart)
  • Mit Vorgesetzten, Lehrern, Ärzten
  • Mit älteren Menschen, auch wenn bekannt
  • In Geschäftsbriefen und offiziellen Dokumenten
  • Mit Polizei, Beamten, Servicepersonal

Wann "du"

  • Mit Kindern und Jugendlichen
  • Mit engen Freunden und der Familie
  • Mit Tieren und in Gebeten (zu Gott)
  • In informellen Jugendrunden
  • In "Du-freundlichen" Firmen (oft in Startups)
  • In Sportvereinen, Hobbygruppen

Die Grauzone: Gleichaltrige

Mit Gleichaltrigen 18-30 im lockeren Umfeld (Bar, Park, Konzert) — meist "du". Dieselben Gleichaltrigen auf der Arbeit — "Sie". Unter Studenten — "du", zum Professor — "Sie".

Wie wechselt man zu "du"

Die ältere oder höhergestellte Person soll den Wechsel vorschlagen. Die Phrase: "Wollen wir uns duzen?". Zustimmung: "Gerne!".

Regionale Unterschiede

Österreich und die Schweiz sind beim "du" etwas liberaler. Norddeutschland (Hamburg, Berlin) — eher "Sie". IT-Firmen und Startups verwenden fast immer "du", sogar mit der Geschäftsführung.

Gefährliche Fehler

Vermeiden Sie:

  • ❌ "du" zu einem unbekannten älteren Menschen
  • ❌ "du" mit Verkäufer oder Kellner (wirkt grob)
  • ❌ "du" im Brief an einen potenziellen Arbeitgeber
  • ❌ Selbständiger Wechsel zu "du" ohne Zustimmung

Die goldene Regel

Im Zweifel — "Sie". Das ist immer sicher. Lieber zu höflich als zu vertraulich. Wenn klar wird, dass alle "du" sagen — wechseln Sie mit.

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